2012

Kita Herman Quack Woerth, Maximiliansau

Neubau

Tag der Architektur 2010

Am 26. und 27.06.2010 fand zum sechzehnten Mal der "Tag der Architektur" statt.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch dieses Projekt ausgewählt und konnte von der interessierten Öffentlichkeit besichtigt werden.

Standort:
Jahnstraße 8
76744 Wörth - Maximiliansau

Bauherrin:
Stadt Wörth, Wörth am Rhein

Projektbeschreibung

An gleicher Stelle befand sich ein dreigruppiger Kindergarten, der auf vier Gruppen mit diversen Nebenräumen erweitert werden sollte. Sowohl aus statischen als auch aus energetischen Gründen stellte sich eine Sanierung mit Erweiterung als nicht sinnvoll heraus.

Da das Baugrundstück im aufgeschütteten Bereich des Altrheinarmes liegt, ist die geringe Tragfähigkeit des Bodens beim Bestandsbau mit einer Pfahlgründung aufgefangen worden, die nach dem Abriss des alten Kindergartens aus Kostengründen für den Neubau übernommen werden musste. Demnach war es für den Entwurf wichtig bei vorhandener Fundamentierung eine Raumstruktur zu finden, die die Enge des alten Kindergartens aufhebt und eine helle und offene Flurzone ermöglicht. Lediglich zur Straße hin musste der Neubau auf weitere Pfähle gegründet werden um alle vier Gruppen erdgeschossig unterzubringen. Das hintere Außengelände, ein damals öffentlicher Spielplatz, stand zum Zeitpunkt des Baubeginns noch nicht zur Disposition, es kam erst später zum Grundstück hinzu.

Als Tragkonstruktion wurde die Holzrahmenbauweise gewählt, deren geringes Gewicht eine Zweigeschossigkeit erlaubt. Die Dachform entstand aus der Höhenentwicklung der inneren Nutzung und dem Wunsch nach möglichst geringem Gesamtvolumen. So gibt sie dem Gebäude eine prägnante Form, ohne dadurch Mehrkosten zu erzeugen.

Bei der Länge des Gesamtbaukörpers ist eine einfache Orientierung für die Kinder wichtig, Wege zu den Gruppenräumen und den WC´s müssen klar erkennbar sein. Deshalb wurde der lange Flur wie eine innen liegende Straße mittels Galerien und Treppenaufgängen gegliedert, die rote WC-Wand wirkt wie eine Leitwand. Unterschiedliche Farben bei den Eingangsbereichen zu den Gruppen und auf der Essensgalerie unterstützen das Konzept.

Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten wurde im Außenbereich der relativ große Höhenunterschied von der Straße zum Eingang mittels langer Rampen überbrückt, die sich im Windfang noch fortsetzen. Im Inneren ist ein Aufzug installiert.

Die Verschattung der Gruppenräume erfolgt über Jalousien, die ca. 2,00 m vor der Fassade liegen, so dass sie nur auf etwa halbe Höhe heruntergefahren werden müssen und somit der Sicht- und Durchgangsbereich immer frei bleibt. Das ermöglicht tagsüber den weitestgehenden Verzicht auf Kunstlicht, was sich in den geringeren Energiekosten niederschlägt.

Energiekonzept: hoch gedämmte Gebäudehülle, Fußbodenheizung mit Holzpellets als Energieträger in Verbindung mit Solarkollektoren, dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, in allen Räumen, auch den Fluren ausreichend Tageslicht.

Die Kindertagesstätte wurde 2009 fertig gestellt.